






Der wohl größte Vorteil des Internets gegüber jeglichen anderen Medien ist die Anonymität, die es bietet. Das spielt beim Chatten, in Internetforen, beim Shopping und überall dort eine Rolle, wo der Umgang von Mensch zu Mensch durch das Internet ersetzt wird.
Natürlich ist es nicht immer ein Vorteil, im Internet erstmal anonym zu sein. Trifft man jemanden auf der Straße, so erkennt man gegenseitig das Aussehen des Anderen und identifiziert ihn so. Und gerade weil man sich im Internet diesen Aspekt zu nutze machen kann, auf den ersten Blick nicht identifiziert werden zu können, ist die Anonymität so eine großartige Errungenschaft.
Wenn man gerade Wert darauf legt, eine Aussage zu machen, von der man sich anschließend wünscht, dass sie nicht mit einem selbst in Verbindung gebracht wird, veröffentlicht man sie einfach unter einem beliebigen Pseudonym und genießt seine Distanz, die man dazu gewonnen hat. Oder man schafft durch die Verwendung eines bestimmten Nicknames, mit dem man eine ganz andere Ansicht vertritt, als die, die man in der Wirklichkeit offenbart, ein eigenes Individuum, das im Internet an Bedeutung und Popularität gewinnt.
So kann man die Anonymität des Internets wie ein internationales grenzenloses Rollenspiel auslegen, bei dem man nicht verpflichtet ist, seine wahre Identität zu spielen. Heute baut man eine Bekanntschaft auf, lernt eine bestimmte Person kennen, stellt sich (wie es ja immer der Fall ist) unter Umständen etwas besser dar, als man es machen würde, wenn man sich gegenüberstände, und morgen lernt man eine andere Person kennen, der man ein ganz anderes Bild von sich selbst vermittelt. Wer dieses Verhalten als betrügerisch empfindet, sollte den Blick auf sich selbst wagen und überlegen, ob er nicht in manchen Situationen selbst so agiert und sich diese Eigenschaft nicht als Hinterlist auslegen, sondern als Fähigkeit, sein zu können, wer man will.
Wichtig ist, dass man auch dann weiß, was man tut, wenn man Aussagen trifft, die nicht mit einem in Verbindung gebracht werden können. Allgemein bekannt ist ja, dass sich die eigene Identität – und sei es schlimmstenfalls gerichtlich – in den meisten Fällen zurückverfolgen lässt, sodass man niemals überheblich werden sollte. Gesetze, die in der Wirklichkeit gelten, gelten in der virtuellen Wirklichkeit genauso. Wer sich also im Internet strafbar macht und dies für folgenlos hält, da es ja nur das Internet ist, liegt falsch. Über geloggte IP-Adressen lässt sich fast immer herausfinden, wer hinter einer Tat oder einer Aussage steckt.
Also lässt sich durch die Anonymität des Internets viel Spaß haben, der aber nur auf der Ebene der Kommunikation stattfinden sollte und die Möglichkeiten des Mediums Internet dürfen so weit ausgeschöpft werden, wie es geht, ohne, dass das Gegenüber dadurch geschädigt wird.
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Autor: Sebi | Update: 07.04.'09 | Nach oben | Kommentieren | Impressum | Mitmachen | Zufall
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